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„September 1993. Bauarbeiter entdecken in Trier ein Bronzegefäß mit einem Goldschatz. Die herbeigerufenen Archäologen finden 2.600 römische Goldmünzen. Sie halten in ihren Händen den größten je entdeckten Goldschatz der römischen Kaiserzeit.”
Wer Ausstellungstexte redigiert, muss wissen, wie man Leser fesselt. Hat’s geklappt?
Im Rheinischen Landesmuseum setzen sich Archäologen und Historiker mit den Funden aus der Region wissenschaftlich und museologisch auseinander.
Das kann man so sagen. Es ist nur zu lang. Besser: Es ist ein „Forum für Fundstücke“. Das klingt nach einer aktiven und aktuellen Auseinandersetzung mit der Landes- und Menschheitsgeschichte, nach einem Ort, an dem sich immer etwas Neues entdecken lässt. Das klingt, als hätte jemand den Staub von den Fundstücken gepustet: Rheinisches Landesmuseum Trier – Forum für Fundstücke.
Das Rheinische Landesmuseum ist das bedeutendste archäologische Museum nördlich der Alpen. Doch seine Stärken hat es bislang nicht ausreichend kommuniziert. Darum positioniert es sich neu.
Zusammen mit der Leitung werden die wesentlichen Eigenheiten des Museums herausgearbeitet: dessen Grabungstätigkeit und die hohe wissenschaftliche Kompetenz der Mitarbeiter.
Wir entwerfen ein Corporate Design, das diese Qualität auf allen Ebenen der sprachlich-bildhaften Kommunikation ans Licht bringt. Durch Zeichen, grafische und figürliche Elemente, Fotografien und Texte. Die Aufmerksamkeit wandert weg vom erforschten Exponat hin zum geheimnisvollen Fundstück. Wir erzählen Geschichten über die Entdeckung, die Restauration und die Erforschung von Funden.
Das Museum wandelt sich in eine moderne Institution, die sich des Abenteuers Archäologie angenommen hat.
Mit einem CD-Manual verhält es sich wie mit guten Eltern. Es sollte nicht nur Regeln vorgeben, sondern auch und vor allem Vorbild sein.
Das CD-Manual für das Rheinische Landesmuseum Trier führt anfangs auf beispielhaften Seiten einfach nur ins Repertoire der Gestaltungselemente ein. Erst danach vertieft es das dahinterstehende Regelwerk und zeigt weitere Anwendungsbeispiele.
Der Geist des Corporate Designs soll verstanden werden, bevor es in seine Einzelteile zerlegt wird.
Die archäologische Arbeit des Museums hinter den Ausstellungskulissen kennt kein Mensch. Doch ist sie mehr noch als fast jedes Exponat dazu geeignet, dem Museumserlebnis zusätzliche Dynamik zu verleihen. Für die in der Regel statischen Exponate müssen die Kuratoren immer erst noch die Geschichte dahinter rekonstruieren. Was aber beim Auffinden und Restaurieren der späteren Exponate geschieht, hat manches Mal erstaunliche narrative Qualität.
Wir machen diese Fundstückgeschichten zu einem festen Bestandteil des Erscheinungsbildes. Damit sie ihre Wirkung entfalten können, müssen sie aber einheitlich geschrieben sein. Die Vorgaben dafür legen wir im CD-Manual fest.
Die Wirkung ist vielfältig: Das Museum verfügt über eine glaubwürdige Möglichkeit, sich als lebendiges Museum darzustellen. Es gewinnt eine weitere Kommunikationsplattform hinzu, um über seine Arbeit und seine Fundstücke zu berichten. Und Mitarbeiter haben plötzlich die Gelegenheit, über ihr Lieblingsfundstück zu berichten.
Für den Eingangsbereich des Rheinischen Landesmuseums in Trier entwerfen wir vier Informationsstelen, die variabel genutzt werden können. Jede einzeln zur Bewerbung von bis zu vier Ausstellungen oder auch alle vier gemeinsam für ein großes Ereignis. Oder …
Das prachtvolle Foyer des Rheinischen Landesmuseums Trier ist verwinkelt. Wer hier eine Orientierungsbeschriftung anbringt, hat seine liebe Mühe. Denn für große Typografie sind die Wandflächen zu schmal. Von jedem Standpunkt aus muss dem Besucher die Beschriftung in Teilen verborgen bleiben.
Rechtzeitig zum Beginn der Konstantin-Ausstellung sollen wir für diesen und viele andere Räume des Museums nichtsdestotrotz ein gut sichtbares Orientierungssystem konzipieren.
Wir machen aus der Not eine Tugend und lassen die Beschriftungen um die Ecke laufen. Das zwingt den Besucher zwar, an der Beschriftung entlangzulaufen, statt davor stehen bleiben zu können. Doch erweist sich das angesichts der 700.000 Ausstellungsbesucher eher als Vorteil.
Der Verlag des Rheinischen Landesmuseums in Trier veröffentlicht sowohl wissenschaftliche Zeitschriften und Bücher als auch Publikumsmedien.
Wir entwerfen ein Gestaltungskonzept, das allen unterschiedlichen Medien gerecht wird. Nüchtern für die Wissenschaft, lebendig für die Kinderpublikationen.
Aus der Sicht vorbeifahrender Autofahrer ist das Rheinische Landesmuseum in Trier kaum zu sehen.
Deshalb setzen wir entlang der Straße vier Blickanker: schlanke Sechs-Meter-Pfeiler, die auf das Museum Tag und Nacht aufmerksam machen. Für den Eingangsbereich entwerfen wir vier Informationsstelen, die variabel genutzt werden können. Jede einzeln zur Bewerbung von vier Ausstellungen oder auch alle vier gemeinsam für eine einzige große Ausstellung. Oder …
DIESSEITS formt Identitäten, gestaltet Medien und schreibt Texte. Für Kultur, Wirtschaft und Organisationen. DIESSEITS gießt Ideen zu Formen, bannt Atmosphären in Farben, nutzt die Kraft der Bilder und die Wucht der Worte. DIESSEITS? Nicht abseits.
Norbert Herwig |
Anke von Bremen GbR
Wissmannstraße 15
40219 Düsseldorf
kontakt@diesseits.com
+49 (0)211 . 137 27.90 T .91 F
Kommunikationsdesignerin
Professorin (stv.) für Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität der Künste, Essen
Philosophie, Germanistik, Sprachwissenschaft
Texter und Berater
Design entsteht nicht im Handumdrehen, aus dem Bauch heraus oder durch Zufall, sondern durch intensives Kennenlernen des Kunden und tiefgehendes Verständnis der gestellten Aufgabe, durch wiederholtes Ent- und Verwerfen und durch systematisches Ausarbeiten und Anwenden.
Wir verlangen von unseren Entwürfen, dass Sie über alle Umsetzungen hinweg eine Idee transportieren. Die Form ist für uns das Mittel, der Ausdruck hingegen der Zweck unserer Arbeit.
Wir arbeiten konzeptionell. Das, was wir tun, können wir begründen.
Worte und Texte scheinen allein dazu zu dienen, Inhalte zu vermitteln. Doch sie sind immer auch und manchmal sogar alleiniges Ausdrucksmittel. Wir verwenden sie als Gestaltungselemente, gleichberechtigt neben Grafik, Fotografie, Film, Illustration …
Texten heißt etwas verständlich zu machen, auf den Punkt zu bringen, Geschichten zu erzählen, zu verblüffen, zu unterhalten, vor allem aber die Menschen mitzunehmen.
Die Menschen beurteilen selbst Gegenstände oder abstrakte Dinge nach menschlichen Kriterien. Deshalb kann man bei Organisationen von einer Persönlichkeit sprechen, mit der sich Menschen identifizieren oder anfreunden können.
Corporate Design ist medialer Ausdruck der Persönlichkeit einer Organisation. Es orientiert sich an dem Wollen und Können, den Werten und Ideen der Menschen, die in dieser Organisation arbeiten.
Corporate Design ist auslegungsoffen. Wer mit einer Organisation bestimmte Erfahrungen gemacht hat, wird sie und ihre Artefakte im Lichte dieser Erfahrungen sehen. Corporate Design ist eine Projektionsfläche für die Vorstellungen, die sich die Menschen von einer Organisation machen.
Corporate Design ist immer total: Alle gestaltbaren visuellen Elemente einer Organisation – vom Logo bis zur Architektur – müssen zueinander passen. Aber Corporate Design in jeder Situation und bis ins hinterletzte Detail zu befolgen, kann des Guten zu viel sein. Auch wir legen uns nicht im Businessanzug schlafen.
Ein Logo allein ist wirkungslos wie der Geist in der Flasche. Wer ihn herauslassen will, muss das Corporate Design durch kongeniale gestalterische Umsetzungen zur Entfaltung bringen.
Corporate Design ist Corporate Expression. Es geht darum, eine spezifische Ausdrucksweise zu entwickeln. Sie beginnt in der Praxis häufig mit typografischen Werken, aber Ausdrucksdimensionen wie Sprache, Architektur oder Klang gehören auch dazu.
Weil sich Organisationen, Technologien und Wahrnehmungsgewohnheiten ändern können, sind nicht alle Anwendungsfälle vorhersehbar. Deshalb muss ein Corporate Design dynamisch sein. Ein dynamisches Corporate Design besteht zwar aus einem unveränderlichem Gestaltungsprinzip und den dazugehörigen Basiselementen, ist aber in seinen Umsetzungen variabel.
Ein Corporate-Design-Manual ist das grafische Manifest eines guten Gedankens, niemals aber ein Vorlagenbuch für gute Gestaltung. Gestalten können nur Menschen, nicht aber Manuals.
Ein Corporate Design ist eine Partitur. Damit sie zu Musik wird, muss das Management sie orchestrieren: mit gedruckten oder digitalen Medien oder mit gestalteten Räumen.
Wie erfolgreich ein Corporate Design umgesetzt wird, hängt nicht nur von der Güte des Corporate Designs, sondern auch vom Stellenwert ab, den ihm das Management und die Mitarbeiter zubilligen.
Norbert Herwig |
Anke von Bremen GbR
Christian Quinders,
Anke von Bremen
Christian Quinders
Norbert Herwig
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